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Berlin, November 27 - 29, 2019

OEB Global: Diesjährige Debatte wird Kontroverse über Zukunft der Bildung entfachen

Sollte sich Bildung primär an den Bedürfnissen von Industrie und Wirtschaft ausrichten oder hat sie einen grundlegenderen Anspruch zu erfüllen?

Sind Universitäten, Hochschulen und Schulen zu sehr darauf fixiert, den erwarteten Ansprüchen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden?

Führt die Fokussierung von Bildungseinrichtungen auf die Vermittlung entsprechender Qualifikationen dazu, dass Studierende und Schüler eben nicht die Fähigkeiten erlernen und entwickeln, die für sie am wertvollsten sind?

Um diese und andere Kernfragen wird die diesjährige Debatte auf der OEB Global am Donnerstag, den 28. November, kreisen, wenn führende Bildungsexperten darüber diskutieren, welche Richtungen die Bildung in der Zukunft einschlagen wird. Die These für die Debatte im parlamentarischen Stil lautet. “This House believes that an obsession with economics is harming education and undermining the skills we need for the future” (übersetzt: “Dieses Haus ist davon überzeugt, dass eine Fokussierung auf ökonomische Bedürfnisse der Bildung schadet und die Entwicklung künftig notwendiger Schlüsselqualifikationen beeinträchtigt”) und lässt den OEB-Veranstaltern zufolge “heftige inhaltliche Kontroversen” erwarten. Denn die These ist umstritten unter den Diskussionsteilnehmern.

“Dieses Thema ist eines der strittigsten in den aktuellen Bildungsdebatten”, weiß Event-Direktorin Astrid Jaeger von OEB Global. “In den vergangenen Jahren wurden Universitäten, Schulen und Hochschulen, ebenso wie Bildungsplaner und -verwaltungen dazu angehalten, nicht nur möglichst kosteneffektiv zu agieren, sondern den Fokus ihrer Arbeit darauf zu richten, den prognostizierten Bedürfnissen auf dem künftigen Arbeitsmarkt gerecht zu werden. Inzwischen halten zahlreiche Akteure dieses Konzept allerdings für überholt. Sie stellen diesen weit verbreiteten Ansatz in Frage und geben zu bedenken, ob damit nicht das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet wird.”

Astrid Jaeger führt aus: “Einerseits ist es sehr schwer vorherzusagen, welche Anforderungen die Arbeitgeber in Zukunft an Arbeitnehmer stellen werden, denn das Tempo des digitalen Wandels beschleunigt sich immer weiter. Wir wissen nicht, ob eine Fähigkeit, die wir aus heutiger Sicht in fünf Jahren für relevant halten, dies dann auch wirklich sein wird. Daher ist es wahrscheinlich wichtiger, grundlegende Fähigkeiten zu vermitteln, die den Menschen ermöglichen, sich möglichst flexibel an die schnelllebigen, sich ständig verändernden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt anzupassen. Dazu zählen zum Beispiel Urteilskraft, Lesekompetenz, Rechenkenntnisse, Analysekompetenz, Kommunikationsfähigkeit oder Präzision beim Lösen von Aufgaben. Das sind Bestandteile einer klassischen Bildung, die eher ein persönlichkeitsbildender Selbstzweck ist, als sich in den Dienst zeitspezifischer wirtschaftlicher Bedürfnisse zu stellen.”

“Andererseits gäbe es aber auch Akteure, die befürchten, eine ganze Generation werde im Stich gelassen, wenn sich die Bildung nicht genug auf die in der Arbeitswelt zu erwartenden Schlüsselqualifikationen konzentriert”, so Astrid Jaeger weiter. “Diese Stimmen gehen davon aus, dass die benötigten Fähigkeiten vorhersehbar sind und von künftigen Anforderungen der Digitalwirtschaft definiert werden. Dazu zählen voraussichtlich gute Kenntnisse in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Virtual Reality sowie das nötige Know-how, um orts- und zeitunabhängig auf Informationen zugreifen zu können.”

Die Keynote-Sprecher der Debatte sind Prof. Edith Hooge, Vorsitzende des Niederländischen Bildungsrates, Olivier Crouzet, Direktor und Pädagogischer Leiter der französischen IT-Modellschule “42”, Prof. Paul Kirschner, Experte für interaktive und gemeinschaftliche Lernprozesse sowie David Toborek, Head of Talent und Head of IT bei der Metronom GmbH.

Pro- und Contra-Fraktionen der Debatte bereiten sich auf ein intensives Streitgespräch vor. Prof. Kirschner, der die These unterstützen wird, zitiert im Folgenden den US-amerikanischen Pädagogen Alexander Flexner aus dem Jahr 1939, um seine Ansicht zu begründen: “Die meisten großen Entdeckungen, die der Menschheit von Nutzen waren, haben Männer und Frauen gemacht, die nicht von dem Wunsch getrieben waren, nützlich zu sein, sondern ihre Neugier stillen wollten. (…) Bildungseinrichtungen sollten der Kultivierung der Neugier verpflichtet sein und je weniger sie von Überlegungen zur unmittelbaren Anwendbarkeit geleitet sind, desto wahrscheinlicher tragen sie bei (…) zum menschlichen Wohlergehen.”

Edith Hooge, die auf der anderen Seite argumentiert, begründet ihre Haltung dazu wie folgt: “Wirtschaftliche Entwicklungen haben immer einen Einfluss auf Bildungsprozesse. Umgekehrt gilt das ebenso für den Einfluss von Bildung oder einem Mangel an Bildung auf die Wirtschaft. Die Schulen, die Gesellschaft als Ganzes und die Arbeitswelt müssen daher eng miteinander verzahnt sein, um mündige und belastbare Bürger hervorzubringen. Es braucht ebenso ökonomische Blickwinkel wie Perspektiven für sozialen Zusammenhalt und menschliche Entwicklung, um Menschen das nötige Rüstzeug für ihr Leben mit auf den Weg zu geben. Dazu gehört die Befähigung, mit ökonomischen Veränderungen zurechtzukommen, etwa dem schnellen digitalen Wandel in der Arbeitswelt oder mit vermehrt transnationalen Netzwerk- und Handelsstrukturen.”

Der frühere britische Parlamentarier Harold Elletson ist Mitglied im OEB Global Council und wird die Debatte leiten. Er erwartet eine sehr lebhafte Diskussion: “Nachdem die Hauptredner ihre Standpunkte klargemacht haben, wird im Plenum darüber debattiert. Normalerweise haben wir vier- bis fünfhundert Teilnehmer im Auditorium, aber in diesem Jahr rechne ich mit weitaus mehr, weil das Thema so kontrovers ist. Schließlich wird die OEB GLOBAL über 2.500 Teilnehmer zählen, die dafür in Frage kommen. Ich hoffe auf zahlreiche Besucher und Beteiligte, denn es handelt sich hierbei um eine einmalige Gelegenheit für die Akteure, ihre Meinungen zu diesem wichtigen Bildungsthema öffentlich kundzutun.”

Die OEB Global gilt als Europas größte Konferenz und Ausstellung sowie als wichtigstes Diskussionsforum für neue Ansätze technologiegestützter Aus- und Weiterbildung und findet vom 27. bis 29. November 2019 im Hotel Intercontinental in Berlin statt. Alle Angaben zum Event, inklusive Konferenzprogramm und Informationen zu begleitenden Ausstellung und Anmeldung, sind auf der OEB GLOBAL-Webseite zu finden unter: www.oeb.global .

Hinweise für Redaktionen

Die OEB 2019 mit der integrierten Learning Technologies Germany ist die 25. globale, branchenübergreifende Konferenz und Messe für technologiegestützte Aus- und Weiterbildung.

  • einen einmaligen, bereichsübergreifenden Themenschwerpunkt mit Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Unternehmen, Akteuren des Bildungswesens und dem öffentlichen Dienst
  • über 2.500 internationale Bildungsexperten aus über 70 Ländern mit Expertise und praktischem Know-how
  • mehr als 130 Aussteller und Sponsoren, von etablierten Weltmarktführern für Lerntechnologien bis zu frisch gegründeten EdTech-Startups
  • über 130 Sessions in unterschiedlichen Formaten wie Praxis-Workshops, Plenarsitzungen, interaktiven Breakout-Sessions, Diskussionen und Debatten, Labs, Präsentationen und Performances
  • mehr als 20 kostenlose Seminare

Das Event findet vom 27. bis 29. November 2019 im Berliner Hotel Intercontinental statt.

Platinum Sponsor: Proctorio, Squirrel AI Learning
Gold Sponsor: Microsoft Education
Silver Sponsors:  AlphaPlus, Area9 Lyceum, Desire2learn, Kryterion, Learnship, LinkedIn Learning, Panopto, PSI testing excellence, SoftBank Robotic, Verif-y, VitalSource
Conference Sponsors: Mediasite - Sonic Foundry, Presentations 2Go, Speexx

Organisation:
OEB Learning Technologies Europe GmbH, Leibnizstr. 32, 10625 Berlin, www.oeb.global

Kontakt:
Astrid Jaeger
@email
Tel.: +49 (0)30 726 213 309